KIRGISTAN


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Kirgistan (korrekt: "Kirgisistan") hat keine weltberühmten Bauwerke, keine perfekt inszenierte Touristenorte a la Dubai – und genau das macht den Reiz aus.
Allein mit dem Mietwagen durch Kirgistan zu reisen bedeutet Abwechslung. Am Yssyk-Köl zeigt sich das Land von seiner lebhaften Seite: Im Sommer herrscht entlang der Nordküste Lignano-Stimmung pur: lange Sandstrände mit Cafés und regem Treiben. Doch am Südufer wird es stiller. Weite Täler, einsame Bergpässe (bis 3.600m Höhe) und endlose Steppen bestimmen das Bild, umrahmt vom Hochgebirge (bis 7.400 m). Von hochalpinen Pässen, grünen Flußtälern und fruchtbaren Ebenen wird bis ans Ziel meiner Reise, Osch, alles geboten.
In der Hauptstadt Bischkek (800 m Seehöhe) leben knapp eine Million Einwohner, 70% des 200.000 km² Landes liegen über 3000 Meter und damit zählt Kirgistan zu den Hochgebirgsländern.

1 Montag, 13. Juli 2026
Es fährt ein Zug ... Abfahrt in Villach um 12:36, verspätete Ankunft in Schwechat um 17:20, aber noch immer genug Zeit bis zum Abflug nach Istanbul um 19:50, Ankunft dort um 23:15. Schöner, ruhiger Flug, gutes Abendessen, voll bis auf den letzten Platz - ist ja Urlaubszeit.
Am Weg vom Bus zum Flieger wurden wir in Istanbul von einem kräftigen Gewitter überrascht, zum Glück durften wir uns unter die Tragfläche unseres Airbus A 330-300 stellen.
Die Wetterprognose für meine zwei Tage Aufenthalt in Bischkek ist auch ganz gut.



2 Dienstag, 14.
Weiterflug um 0:45 nach
BISCHKEK, der Hauptstadt Kirgistans, Ankunft 8:35 Ortzszeit (+ 4 Stunden). Mit einem Taxi (YANDEX, der kirg. UBER funktionierte nicht) ca. 30 Minuten (mit Stopp bei einer Wechselstube) ins Salut-Hotel gefahren und mich ein wenig aufs Ohr gelegt. Um die Mittagszeit auf ein originales Mittagessen (Plov, 2 € 50 inkl. Getränk) gegangen und dann das Stadtzentrum besichtigt: sehr viele und sehr gepflegte Parks mit vielen Statuen und Springbrunnen, alte russische Architektur neben neuen Bauwerken gesehen, Riesenrad zwex der Aussicht gefahren, Kaffee getrunken. Es war sehr heiß, aber die Gehsteige sind großteils im Schatten großer Bäume. Gegen Abend und nach 20.273 Schritten war ich wieder im Hotel, einige Motorräder aus Wien, Polen, Holland und Italien sind auch hier. Sehr tapfer ....


3 Mittwoch, 15.
Ein weiterer Tag in
BISCHKEK. Heute steht noch einiges zur Besichtigung an, das Mietauto habe ich am Vormittag übernommen, einen KIA Sportage Hybrid 4WD. Meine erste Fahrt führte mich zum Osh-Basar, leider sind dort aber für ca. 1.000 Autos nur 100 Parkplätze. Chaos pur, zum Glück kam ich ohne Berührung wieder heraus, Basarbesuch abgesagt. In der Nähe vom Ala-Too-Platz finde ich einen schattigen Parkplatz und besuche das Nationalmuseum mit Exponaten der langen Geschichte der Stadt an der Seidenstraße, gleich dahinter steht eine riesengroße Statue des Begründers der Sowjetunion, Vladimir Lenin.
In der Nähe verbringe ich dann gut 2 Stunden in der klimatisierten Chinaworld, 3 Stockwerke mit ALLEM, was es an chin. Technik gibt, neben sehr vielen Gold-, Sportartikel und Bekleidungsläden. Handys sind nur gering billiger als bei uns, DJI-Produkte überhaupt nicht. Am Rückweg ins Hotel gibt es die ersten MoMo's, ich liebe diese gefüllten Teigtaschen und ein LKW der Stadt sorgt für etwas Abkühlung auf den Straßen.
Gegen Abend spaziere ich noch zur großen Moschee und bestaune die nachträglichen E-Installationen bei den alten russischen Häusern - und sehe auch modernste Architektur.
22.700 Schritte war ich heute unterwegs, inklusive zu Fuß in den 5. Stock im Hotel - Lift außer Betrieb.


4 Donnerstag, 16.
Nach dem Frühstück checke ich aus und starte die Rundfahrt:


Erstes Ziel ist der
BURANA-TURM (UNESCO Weltkulturerbe), in der Nähe sind uralte Steinfiguren zu sehen, über dessen Herkunft nicht viel bekannt ist. Teilweise direkt an der Grenze zu Kasachstan fahre ich nach Tokmok, sehr viele Stände mit Melonen, gebratenen Mais und Äpfel am Straßenrand. Leider gibt es die Melonen nur im Ganzen - was soll ich aber mit ca. 10 Kilo? Die Straße ist super ausgebaut, großteils Fernstraße - halt nur mit 90 km/h und alle paar Kilometer steht ein Radar. In den Ortschaften gilt Tempo 40 - dafür kann man tolle Straßenbeleuchtungen und nette Moscheen sehen - und hoch interessante Friedhöfe gibt es auch, ebenso eine faszinierende Statue vom "Khan Jantai, Sohn des Karabek" auf einem Hügel - mit toller Aussicht aufs Flachland und die umliegenden Berge.
Ich erreiche das schmale und gänzlich unverbaute Westufer des riesigen Yssykköl-See (ca. 6.200 km², 180 km lang, bis zu 60 km breit), bald kommen die ersten Feriendörfer, Lignano lässt grüßen. Teilweise hinter hohen Mauern stehen noch die alten Prunkbauten der Russen, außerhalb der Orte wird an Feriendörfern und Hotelburgen gebaut, auch wird der örtliche regionale Flughafen zu einem international Airport ausgebaut.
Bevor ich zum Hotel Alye Parusa ("Scharlachrote Segel")
in CHOLPON-ATA (Seehöhe 1.600 m, ca. 14.000 EW) fahre, schaue ich mir noch die Petroglyphen und das Kulturzentrum etwas außerhalb der Stadt an. Ca. 1.000 der ca. 5.000 Petroglyphen konnten auf die Zeit 300 - 700 vor Chr., manche Felsbilder sogar auf ca. 1.500 vor Chr. datiert werden.
Gefahren bin ich heute 291 km, gesamt 305 km, am Abend gab es kirgisisches Gulasch.


5 Freitag, 17.
Heute frühstücke ich erst um 9, danach gibt es Rush-Hour am Weg zur Kultur: Rukh Ordo ist ein Kultur- und Freilichtmuseum in Cholpon-Ata am Ufer des Yssyk-Köl. Die weitläufige Anlage verbindet Kunst, Geschichte und Spiritualität und lädt mit ihren Skulpturen und Pavillons zu einem Rundgang ein. Besonders eindrucksvoll sind die fünf symbolischen Gotteshäuser, die für den Dialog der Weltreligionen stehen. Heute findet auch noch eine Folkloreveranstaltung statt, es gibt sehr viele schöne Fotomotive.
Weiter dann auf der teilweise sehr neuen Fernstraße mit toller Aussicht auf den See nach Karakol am Ostufer, 30 km vorher bremse ich wieder bei einem Friedhof ein, Tor wie immer versperrt. Heute packe ich aber die Drohne aus.
Bis nach
KARAKOL (1.750 m Seehöhe, ca. 75.000 EW) ist die Straße eher schlecht, auch herrscht viel LKW-Verkehr. Ich checke um 3 Uhr im ARGO GUEST HOUSE ein, nach einer kurzen Rast spaziere ich ins nahe Restaurant ARZYM und versuche ein Guiru Lagman - und werde nicht enttäuscht.
Gegen Abend spaziere ich noch zu der 1910 von chineisch-muslimischen Flüchtlingen gänzlich aus Holz gebauten Dunganen-Moschee, ein faszinierendes Bauwerk mit starker Ähnlichkeit zu einer buddhistischen Pagode.
Gefahren bin ich 144 km, gesamt 449 und 12.900 Schritte sind heute auch zusammen gekommen.


6 Samstag, 18.
Schickte mir Julia zu meinem Geburtstag vorige Woche Glückwünsche aus Los Angeles nach Ö, schicke ich ihr heute Glückwünsche von Kirgisistan nach Bali - ALLES GUTE, Julchen.
Am Vormittag spazierte ich ins Zentrum von
KARAKOL zur prächtigen russisch-orthodoxen Dreifaltigkeits-Kathedrale, danach erforschte ich den City-Basar. Zum Glück hab ich wieder herausgefunden, äußerst unübersichtlich für Touristen, aber der Snack schmeckte sehr gut. Achja, kostet 150 SOM, ich zahle mit 200 SOM - Rechner her, die Differenz ausgerechnet und ich bekam 50 SOM zurück. So einfach kann Mathematik sein.
Nach einer aussgiebigen Zimmerstunde fahre ich am Nachmittag in die Jeti-Oguz Schlucht, die für ihre tollen roten Felsformationen bekannt ist. Am Rückweg tanke ich 36,4 Liter um 4000 SOM, gefahren bin ich heute 71 km, gesamt 520 km mit 7 Liter auf 100. Bei der Tankstelle komme ich mit zwei jungen Burschen aus Vorarlberg ins Gespräch, sie fahren fast die gleiche Runde, nur umgekehrt.
16.700 Schritte war ich heute unterwegs.


7 Sonntag, 19.
Um 9 startete ich los, erstes Ziel heute war der Viehmarkt von Karakol: Rinder, Pferde, Esel und Ziegen stehen in Reih und Glied und warten auf einen neuen Besitzer. Es herrscht ein ziemliches Gemuhe, Geblöcke und Gewieher. Und die Pferde stinken hier überhaupt nicht.
In einem Seitental steht ein Gedenkstein an den wohl berühmtesten und mutigsten Russen, der hier anno dazumal im Sanatorium einen Erholungsurlaub verbrachte. Noch einmal ist er nicht in KG gewesen, aber eine Legende ist und bleibt er.
Der Sarkaza-Canyon (Märchencanyon) ist ein absolutes Highlight, zum Glück hatte ich die Dronhe mit. Zwischen den Felsen war es ganz schön warm, 31 Grad zeigte mein Thermometer.
Wieder gab es einige sehenswerte Friedhöfe, die zu einem Stopp einluden (= Blick über den Zaun bzw. die Mauer, Fremde werden am Friedhof als Familienfremde angesehen und sind zwischen den Gräbern nicht erwünscht). Einige Radfahrer (Solisten) mit viel Gepäck sind auch unterwegs, ein WoMo aus D fährt auch durch die Gegend.
Um 18 Uhr erreichte ich den Yurt-Camp Sonun, ein paar Kilometer westlich von Bokonbayevo. Auf den letzten 30 km standen an beiden Straßenränden sicher tausende Autos, am gut 150 m entfernten Strand herrschte Gedränge pur und viele Ferienanlagen sowie Jurten sind zu sehen. Hier urlaubt scheinbar ganz Kirgistan. Im nahen Gebirge trohnt eine Riesenstatue, wer das ist - keine Ahnung. Das Abendessen war sehr ergiebig, 4 Gänge samt Nachspeise. Langsam gewöhne ich mich an Dillkraut ...

197 km war ich unterwegs, davon ca. 80 % auf Schotterstraßen bzw. Baustellen. Die Straße wird großzügig auf ca. 25 m Breite saniert, ein paar Kilometer sind schon asfaltiert. Gesamt-Km 717.


8 Montag, 20.
Die Adlershow in Bokonbayevo findet heute nicht statt, auch das Jurtenworkshop feiert dem Montag. Neben einem Denkmal zum 2. Weltkrieg gibt es nichts von Bedeutung, also fahre ich weiter nach Ottuk. Wieder 80 % Baustelle, aber der Rest ist nagelneu asfaltiert, teilweise gibt es sogar schon eine Straßenmarkierung. Nach Ottuk biege ich links ab und auf sehr schöner Fernstraße geht es ins Gebirge, erster Stopp samt Kaffeepause beim Ortotoiko-Stausee. Die Landschaft wird von Km zu Km interessanter, es gibt auch wieder äußerst sehenswerte Friedhöfe. Von Kotschkor (ein Großbrand zerstört gerade ein paar Häuser, Feuerwehr ist unterwegs) fahre ich dann über dem 3.446 m hohen
KALMAK-ASHU-Pass, natürlich auf Schotterpiste. Wunderschöne Landschaft, besonders die Auffahrt zur Passhöhe ist genial, verlangt aber fahrerisch einiges ab. Autos sind wenige unterwegs, dafür stehen auf den Weiden tausende Pferde, Ziegen, Schafe und Kühe, ab und zu eine einsame Jurte. Am SONG-KUL-See (3.016 m Seehöhe) gibt es an die 30 Camps, auch bei meinem Yurt Camp Zamir auf der Südseite ist touristisch viel los. 30 USD kostet die Nacht, inklusive 1a-Abendessen.
Heutige Kilometer: 278, gesamt 995


9 Dienstag, 21.
Heute gibt es erstmals keine Sonne, es hat am Vormittag auch nur 13 Grad. Das komplett baum- und strauchlose Hochplateu sieht aus wie eine andere Welt, Km² große Grünflächen, umrahmt von hohen Bergen und bevölkert von riesigen Viehherden. Ich umrunde den halben See und komme auf recht abenteuerlicher "Straße" zum Yurt Camp Jyrgal (Songkol 8) - gerade rechtzeitig zum Mittagessen und vor einem kräftigen Gewitter: ich bin sehr satt und das Auto ein bißchen sauberer. Viel unternehmen kann ich heute nicht, es regnet immer wieder und auch bläst ein böiger, kalter Wind.
Heute bin ich nur 51 km gefahren, allerdings in gut 2 Stunden. Gesamt sind es bisher 1.046


10 Mittwoch, 22.
Regen teilweise auch in der Nacht, beim Frühstück um 9 Uhr hatte es 12 Grad. Die Rückfahrt ins Tal war aber trotz feuchter Fahrbahn kein Problem, am Kalmak-Ashu waren es frische 6 Grad. Bis zu Mittag begegneten mir wieder mehrere Radtouristen, voll gepackt - und natürlich ohne E-Bike. Nach einem Mittagessen in Kotschkor (der Brand am Montag hat mehrere Häuser zerstört) tankte ich 23 Liter, damit ich ja immer genug Benzin an Bord habe, Tankstellen gibt es wirklich sehr selten. Auf wunderschöner Straße durch noch schönere Gegend fuhr ich über den touristischen 2.664 m hohen Kyzart-Pass und der Bilderbuchlandschaft des Kökömeren-Tales nach KYZYL-OI ins Gästehaus Aina. Hier sollte das Internet endlich wieder vernünftig funktionieren - tut es auch und ich konnte den RB aktualisieren.
gefahren bin ich heute 257 km, gesamt 1.303


11 Donnerstag, 23.
Von Kyzyl-Oi fahre ich bis ans Ende des Kökömeren-Tales, wo ich im Suusamyr-Tal auf den Bischkek-Osch-Highway treffe, bei der Kreuzung tanke ich 19 Liter um 2000 SOM, sicher ist sicher. Es ist bewölkt, teilweise neblig und es tröpfelt ab und zu. Eine Serpentinenstraße führt auf den Töö-Ashuu-Pass. Oben führt ein finsterer, sehr enger - dafür aber stark befahrener Tunnel in 3.180 m durch das Gipfelgebirge. Ich fahre durch, drehe auf der anderen Seite nach Foto- und Drohenstopp bei 7 Grad um und mache mich auf die Fahrt in den Süden.
Auf der alten Seidenstraße geht es durch den landschaftlichen Höhepunkt: das Suusamyr-Tal. Riesige Flächen mit Getreideanbau, tausende Pferde und Rinder grasen auf den grünen Wiesen, unzählige Jurten, teils touristisch, großteils von Nomaden bewohnt, sind zu sehen. Ein Fotomotiv nach dem anderen. Der Highway ist super ausgebaut, die meisten LKW sind im Kriechgang nach unten unterwegs, das Tal liegt in ca. 2.300 m Höhe.
Dann geht es wieder aufwärts auf den Alabel-Pass, 3.175 m. Viele Verkaufsstände mit Produkten aus gegorener Stutenmilch sowie Honig aus den 1000en Bienenstöcken wird verkauft. Nach dem Scheitelpunkt geht es nur mehr abwärts bis zum Toktogul-Stausee, dann nochmals hinauf auf gut 2.500 m und wieder hinunter in die Tschytschkan-Schlucht mit dichten Fichtenwäldern und einem wilden Fluß zwischen hohen, fast senkrechten Felswänden.
Viele interessante Fotomotive gab es heute, am besten gefällt mir das Familienfoto, alle 15 Personen sind aus den zwei Autos gestiegen.
Um halb 5 erreiche ich mein heutiges Ziel, das Hotel Salam in
KARA KÖL (1.050 m), gefahren bin ich heute 338 wunderschöne, aber auch anstrengende Kilometer, gesamt sind es jetzt 1.641


12 Freitag, 24.
Um 8:45 Uhr fuhr ich bei 14 Grad los, durch eine sensationelle Landschaft. Zur Staumauer vom Toktogul-Stausee darf man nicht fahren, aber vor der Wachstation sind historische Baumaschinen zu besichtigen. Entlang des Flusses Naryn machte ich immer wieder Fotostopps, einfach wunderschön. Maut wird auch kassiert: 50 SOM (etwa 45 Eurocent ...) und mehrere sehr finstere Tunnel sind auch zu durchfahren. Am Ende des Tales sehe ich eine Hängebrücke, gehe aber nur ein Stück drüber.
Das Tal wird weiter und flacher, riesige Getreideäcker sind bereits abgeerntet, der Mais kommt demnächst dran. Entlang der Strecke gibt es jetzt keine einzige Jurte mehr, dafür aber die abenteuerlichsten Häuser aus der russischen Zeit. Die Bezirkshauptstadt
MANAS (760 m, neuer Name seit 2025, vorher Dschalal-Abad) ist mein heutiges Ziel, ich checke im Hotel "Good Night" ein. Nach einer kurzen Pause spaziere ich dann bei 33 Grad ins Zentrum der drittgrößten Stadt, der große Basar will entdeckt werden - und wird es auch. Und ein paar Sehenswürdigkeiten finde ich auch, nicht nur Großbaustellen. Eines steht auch fest: Die Autofirma Daewo muss ihre überzähligen Modelle "Matiz" hierher verschleudert haben - ich glaub, jedes 5. Auto ist ein Matiz.
Gefahren bin ich heute 191 km, gesamt 1.832


13 Samstag, 25.
Auf zur letzten Etappe mit dem Mietauto. Ich fahre anstatt auf dem Highway einen kleinen Umweg durch das Hinterland. Und das war eine gute Entscheidung. Die Hauptstraße ist ja links und rechts von vielen Häusern und Läden gesäumt, es geht nicht so richtig was weiter. Zwar auch durch das Land nicht unbedingt, aber da gibt es wenigsten etwas zu sehen. Nicht nur Baustellen, auch nette kleine Dörfer und einige Leute, die einem freundlich zuwinken - und fotogen außerdem sind.
Ich erreiche die Stadt Ösgön, wo ich nicht nur die üblichen Statuen und Monumente anschaue, sondern auch das Minarett (55 Stufen, jede 40 cm hoch) samt Mausoleum, beide aus dem 11. Jahrhundert.
Etwas vor meinem heutigen Ziel
OSCH tanke ich nochmals, 16,5 Liter um 1.700 SOM gehen in den Tank.
Am Nachmittag beziehe ich mein Superior-Zimmer im Hotel Sultan Saray.
Gegen Abend spaziere ich noch durch den Toktogul-Park (Mini-Prater) zur Gedenkstätte des 1. und 2. Weltkrieges sowie zum Tschernobyl-Monument - und esse das ERSTE Eis in Kirgisistan.
Gefahren bin ich heute 126, gesamt sind es trotz einigen (längeren) Baustellen 1.958 schöne und vor allem sichere Kilometer geworden.


14 Sonntag, 26.
Ein riesiger Felsberg mitten in der Stadt ist der für Muslime heilige Berg Sulaiman-Too, in einer Höhle am Fuß des Berges ist das Nationalmuseum untergebracht. Vom Hotel durch die Stadt gehe ich eine knappe Stunde, der Ausblick von oben auf Osch ist super, der Wege hinauf und zurück eher anstrengend: jeweils ca. 1000 Stufen, teils in direkter Sonneneinstrahlung bei 33 Grad. Aber schön war es trotzdem und das Eis am Fuße des Berges schmeckte vorzüglich.
Am späteren Nachmittag spaziere ich noch zur russisch orthodoxen Kirche, esse in einem Straßenrand-Restaurant sehr gute Grillspiesse - und das war es für heute, 18.000 Schritte reichen.


15 Montag, 27.
Ein letztes Frühstück, der letzte Tag in Osch vergeht eher lustlos - es hat 34 Grad und ich mag eigentlich nicht mehr viel herumspazieren bzw. sonst was unternehmen. Ich muss nochmals zu einer Wechselstube und zum selben Straßengrill wie gestern - mehr mache ich nicht. Mein Mietauto hätte um 11 Uhr abgeholt werden sollen, aber der Fahrer kommt erst mit der Nachmittagsmaschine aus Bischkek angeflogen. Auch gut.

16 Dienstag, 28.
Gegen 5 bestelle ich bei YandexGo (= der örtliche Uber) einen Wagen zum Flughafen und um 7:10 (3:10 MESZ) ist Abflug. Wenn alles klppt, bin ich um 9:45 in Istanbul am Flughafen SAW, von dort fliege ich um 11:20 nach Wien - und dank der Zeitverschiebung bin ich bereits um 12:40 in Wien, genug Zeit bis zur Zugabfahrt nach Villach um 14:02.