Broome - Tunnel Creek - Windjana Gorge & Bell Gorge - Derby - El Questro Station - Purnululu Nationalpark (Bungle-Bungles) - Kununurra - Lake Argyle - Katherine - Darwin, ca. 2.500 km


Am Dienstag, den 16. Juli fliege ich am Vormittag von (sehr internationalen) Flughafen Laibach nach Istanbul, wo ich statt geplanten 4 Stunden Aufenthalt bis zum Weiterflug nach Kuala Lumpur 6,5 Stunden verbringen darf. Dafür ist dann in Kuala Lumpur die Zeit zum Transit nach Perth mit 1:30 relativ knapp bemessen. Jedoch wurden alle Perth-Passagiere schon beim Ausstieg in Empfang genommen und ruck zuck zum Perth-Schalter gebracht - um dort noch 2 Stunden zu warten, der Flug hatte nämlich auch Verspätung. Dann ließ mich noch der Uber-Fahrer 10 Minuten am winterlich kühlen Parkplatz warten - aber Ende gut, alles Gut - 20 Minuten später war ich im Hotel, wo ich mich gegen 20 Uhr ins Bett verabschiedete.

Von Perth fliege ich am Donnerstag, 17. Juli um 7:10 nach Broome, dessen Hafen einst der größte Perlenhafen der Welt war, die Geschichte Broomes ist reich an Geschichten über Gaunereien, Perlentauchen und die Perlenfischer.
Um 10 Uhr übernehme ich den Apollo-Camper 4WD, fahre natürlich zuerst zum Woolworth, ich hab ja wohl ein WoMo, aber der Kühlschrank ist leer. Nach einem original chinesischen Essen begann ich meine Rundfahrt und fuhr zum Gantheaume Point: Interessante, bunte Felsen am Strand - ein tolles Naturdenkmal. Sonst gibt es in Broome nix zum Schaun, also auf den Great Northern Highway in Richtung Derby gestartet. Der HW ist eine wunderbare Straße, zum Glück mit wenig (aber hauptsächlich Wohnwagengespanne) Verkehr, ich muss mich ja erst aufs LINKSFAHREN umstellen. Kurz vor Derby steht der Prison-Tree, ein uralter und sehr dicker Baobab, dessen hohles Innere einst als Gefängnis genutzt wurde. Interessant sind dann die Skulptures of the March und Derby-Jetty.
Mein heutiges Ziel ist der Camp bei der Windjana Gorge, gefahren bin ich 411 km, davon die letzten 22 km auf Schotterpiste.


Freitag, 18. Juli
Zum Glück habe ich schon gestern Geburtstagsgrüße an meine Tochter (derzeit in Malaysia) geschickt, in der Gegend hier gibt es nur Star link-Internet, das doch einige haben, wie ich in der WLAN-Übersicht am Handy gesehen habe. Die Nacht war ruhig, obwohl der Platz fast voll war - ca. 40 Wohnwagen bzw. Camper. Nach dem Frühstück fuhr ich ca. 50 km bis zum Tunnel-Creek-Walk. Es ist eine ca. 700 m lange Schlucht, davon 600 m durch Felshöhlen und Tunnel, teilweise im Wasser, auch bis zur Brust, dann wieder trockener Sand. Von den Süßwasserkrokodilen, die hier leben, war leider nichts zu sehen, sie sind auf Grund von Niedrigwasser den Bach aufwärts gewandert, wohin es aber keinen Fußweg mehr gibt.

Nach ca. 50 km treffe ich auf die
Gibb-River-Raod, die über 600 Kilometer (nur für 4WD befahrbar) auf großteils Schotterpiste durch die zerklüftete Wildnis der Kimberley Region führt. Sie ist nicht nur laut Internet ein echtes Highlight und obwohl außer Landschaft nichts zu sehen ist, ist sehr viel zu sehen. Z. B. eine Steinformation mit dem Namen "Queen Victorias Head". So wie gestern Abend sehe ich auch heute viele Kängurus im nahen Steppenland, eines der sehr scheuen Tiere blieb sogar für ein Foto stehen. Und doch einige haben die Überquerung der Schotterpiste nicht geschafft, es liegen einige Kadaver herum.
Am späteren Nachmittag erreichte ich den Bells Gorge-Camp, ich tanke wieder voll, Tankstellen gibt es nämlich nur sehr selten. Gefahren bin ich heute 203 km, gesamt 614.


Samstag, 19. Juli
Frühstück in der warmen Morgensonne, dann geht die Reise weiter: 20 km nach dem Camp ist ein Vulkankrater als Sehenswürdigkeit angeschrieben, natürlich halte ich (eher umsonst) an. Hier in der Gegend gibt es sehr viele Rinder, aber keine Anzeichen von irgendeiner Farm oder gar einer Siedlung. Aber bei Farmgrößen von mehreren Tausend Hektar ist das halt so ...
Mitten im Niemandsland und 10 Gehminuten von der Straße ist die Galvans Gorge, ein Wasserfall mit Tümpel. An die 25 Gespanne parken bzw. campieren hier. Am Wasserfall ist sehr viel los, auch ich nehme ein erfrischendes Bad im ca. 25 Grad warmen Wasser. Mittagspause mach ich im Schatten unter einem Baum, dann geht es weiter - ab und zu ziemlich im "Nebel", wenn Gegenverkehr kommt. Auch mehrere mehr oder weniger tiefe Furten durchfahre ich.

Zwei geplante Abstecher zu Sehenswürdigkeiten müssen ausfallen, die Straße nach Gibb bzw. Jacks Hole ist derzeit unpassierbar, so fahre ich eben weiter zum Camp El Questro, den ich sonst morgen erreicht hätte. Ein toller Platz mit ca. 250 Plätzen und fast voll, die Australier haben zur Zeit Ferien. Es ist schon dunkel als ich eintreffe, morgen schau ich mir das alles näher an. Gefahren bin ich heute 426 km, gesamt sind es 1.014.

Sonntag, 20. Juli
Am frühen Vormittag spazierte ich bei 26 Grad eine Runde am Camp: es blüht in voller Pracht und einheimische Künstler verkaufen ihre Werke, leider sind die Bilder meines Lebensbaumes ca. 70/50 groß. Dann kam ich noch zur Flußüberquerung und erklomm den 130 m hohen Telecom-Hill. Die Aussicht: rundum Buschland und Bäume, ein Fluß und ein Campingplatz irgendwo dazwischen und eine Straße. Genügt doch, nur den Helirundflug hab ich leider nicht bekommen, ausgebucht für heute und morgen. Heute in der Früh sind an die 50 Wohnwägen abgereist, aber auch an die 50 im Laufe des Tages wieder gekommen.


Montag, 21. Juli
Heut war etwas früher Tagwache, ich musste ja um 10 vor 8 bei der Bootsanlegestelle in der Chamberlain-Gorge sein. Fahrzeit dorthin vom Camp sind 20 Minuten, teilweise ziemlich abenteuerlich. Gut 20 weitere Gäste kamen nach mir mit einem Geländebus und dann ging die Fahrt los: 45 Minuten in eine Richtung, dann Sekt-Orange und frisches Obst zum Frühstück, dann wieder zurück. Ein Wombat ließ sich blicken, sonst sahen wir nur viele Fische und Vögel. Die Fahrt war sehr interessant, die Schlucht wunderschön.
20 Minuten zurück, am Camp vorbei und bald danach sehe ich ein Hinweisschild zu den Zebedee-Springs. Etwas abseits von der Piste gibt es einen richtig schönen Dschungel, in dem bis zu 28 Grad warme Quellen in Tümpeln entspringen, in denen Touristen plantschen.
Weiter ging die Fahrt auf der doch "gepflegten Schotterpiste" bis ich nach ca. 70 km auf den "richtigen" Highway traf. Direkt schön, so eine asfaltierte und glatte Straße. Jetzt kommen mir auch ab und zu Road-Trains entgegen, bis zu 53 m lange LKW-Züge mit bis zu 4 Anhänger und über 100 Tonnen Gewicht.
Einige (kontrollierte) Buschfeuer sind zu sehen, auch einige abgebrannte Waldflächen.
Am späteren Nachmittag erreiche ich den Camp "The Bungle Bungles", das wars für heute nach 294 km, insgesamt 1.308. Bei der Rezeption erfahre ich, dass es am Abend ein ALL YOU CAN EAT-Grillbuffett gibt. Natürlich melde ich mich an, wie ich heute schlafen werde, ist derzeit aber noch unbekannt.


Dienstag, 22. Juli
Um 7 Uhr war ich munter und fuhr bald danach los zum UNESCO-Weltkulturerbe Bungle Bungle. 83 km, gut 2 Stunden Fahrzeit, teilweise mit 4WD. Schlimme Piste, aber ein schöner Papagei und ein neugieriges Känguru ließen sich sehen. Einfach faszinierend dann, welche Spielerein die Natur hier vor zig Jahren machte. Es war ziemlich warm, als ich den Bungle Trail begann, es war heiß, als ich am weitesten vom Parkplatz weg war. Und der Rückweg war schon fast grenzwertig. Alles zusammen "erfrischende" 20.100 Schritte. Um halb 3 war ich dann beim Heliport, ich hab mir einen Rundflug über die Bungles reserviert.
Entgegen meiner Planung entschied ich mich dann, doch noch am Abend zurück zum Camp fahren - ich gewinne dann morgen in der Früh 2 Stunden. Und wie es halt gegen Abend so ist, kam ich in die Dunkelheit, dann in die Finsternis - und auch hier in Australien gibt es keine beleuchteten Schlaglöcher. Na gut, wie ein Reifen zu wechseln ist, weiß ich, 25 Minuten später war ich wieder unterwegs. Geschlafen habe ich heute sehr gut ... Km insgesamt 1.474


Mittwoch, 23. Juli,
Ich war schon um halb 7 munter, nützte noch das offene StarLink Netz vom Camp und machte mich um halb 8 auf die Reise und sehe bald danach örtliche Geier beim Frühstück, in der Nacht hat ein Känguru die Straße doch nicht ganz überquert. Auch für mich gab es auf dem Great National Highway dann Frühstück auf einem Parkplatz, dann tankte ich in Warmun, einer kleinen original Aboriginas-Siedlung. Verständigung? Nein, zum Glück brauch ich kein Bargeld bei der Tankstelle und der Automat spricht englisch. Durch sehr viel wunderbare Gegend erreiche ich die Abzweigung auf den Victoria Hwy und erreich bald danach die einzige größere Stadt in der Gegend: Kununurra. In einem Supermarkt kaufe ich ein paar Vorräte ein, die geplante Besichtigung des örtlichen Highlights, ein roter Felsberg, fällt aus, ich hab gestern die Bungles gesehen. Dafür entdecke ich den örtlichen Friedhof. Dann mache ich noch einen Abstecher zum Lake Agyrle, ein riesiger Stausee mit Camps, Heliflights usw. Ich bekomme keinen Stellplatz ohne Reservierung, daher übernachte ich etwas außerhalb bei einem wunderschönen Baobab-Baum. Um 18 Uhr ist es stockdunkel und hat immer noch 29 Grad. Gefahren heute: 422 km, gesamt 1.896


Donnerstag, 24. Juli
Verbrachte eine gute und ruhige Nacht, um halb 8 hatte es heute bereits 27 Grad, etwas später waren es 29. Da ich heute eine größere Strecke fahren musste, startete ich bald. Nach etwa 50 Minuten Fahrzeit dann zwei große Tafeln: Thank you for visiting Western Australia und Welcome to the Northern Territory. Eine Kontrolle (was auch immer) gibt es nur bei der Einreise in WA, auch eine Tafel betr. Quarantäne ist zu sehen, wahrscheinlich ein Corona-Überbleibsel. Bei Timber Creek fuhr ich auf einen Aussichtspunkt, wo eine Gedenkstätte an den zweiten Weltkrieg erinnert, dann entdecke ich noch den örtlichen Friedhof. 10 km weiter ist dann eine große Raststätte mit Restaurant, einige dicke Brummis stehen am Parkplatz. Internet geht auch, meine Uhren stellen sich auf Northern Zeit um, + 1:30. Ich hatte heute Glück und konnte einige Vögel fotografieren, einen kleinen Teil einer riesigen Rinderherde, tolle gelbe Blumen, auch ein Radfahrer kam mir vor die Optik - und natürlich viele viele Baobs - ich liebe dies Bäume. Es wurde immer heißer, am Nachmittag hatte es 34 Grad, 29 waren es um 18:30, als ich ein paar Kilometer vor Katerine auf einen Camp fuhr - 501 km war ich unterwegs, gesamt sind es jetzt 2.397.



Freitag, 25. Juli
Heute hat es bis gegen Mittag nur 24 Grad, es ist auch wolkig. Ein angenehmer Tag. Ich habe nur gut 300 km zu fahren, entdecke aber immer wieder interessante Orte, so wie ein Eisenbahnmuseum und einen örtlichen Markt (ich kaufe 2 verschiedene Marmeladen). Dann erblicke ich noch einen Baum voller Fledermäuse und die Eisenbahnlinie von Darwin nach Adelaide (hier fährt der berühmte Luxuszug THE GHAN). Zum Schluss stoppe ich noch bei einem Heldenfriedhof für Opfer aus dem 2. Weltkrieg.
Um 15:30 gebe ich meinen Apollo-Camper bei der Station ab, fahre mit dem Taxi in mein Hotel - das wars. Ende des ersten Teils meiner Australien-Reise, morgen fliege ich nach Alice Springs, wo ich ein Nicht-4WD-Wohnmobil für die Weiterfahrt übernehmen werde. Gefahren heute: 355 km, insgesamt tolle 2.752